Mittelmeer: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Straße von Gibraltar Im Folgenden etwas für die Allgemeinbildung aber vor allem für die Navigation hilfreiche Informationen im wesentlichen einem Handbuch 2006 von Colin Thomas entnommen. Das Mittelmeer (Mare Nostrum = unser Meer, so nannten es die Römer), erstreckt sich über 3.860 km (2.084 NM) in Ost-West-Richtung und an der breitesten Stelle in Süd-Nord-Richtung über 1.600 km (868 NM) bei einer durchschnittlichen Tiefe von 1.500 m und einer max. Tiefe von 5.150 m südl. von Griechenland. Vor ca.30 Mio Jahren kollidierte die afrikanische mit der europäischen Kontinentalplatte und quetschten das Mittelmeer zusammen. Doch diese Platten bewegen sich auch heute noch, nötigen hin und wieder Ätna, Vesuv und Stromboli zu Eruptionen und lösen immer wieder Erdbeben in Italien, Griechenland und der Türkei aus. Eine unterseeische Schwelle zwischen Sizilien und Tunesien teilt das Mittelmeer in ein östliches und ein westlichen Becken, eine weitere Schwelle erstreckt sich zwischen Spanien und Marokko am Ausgang des Mittelmeeres. Nur ca. 300 m tief, behindert diese Schwelle die Wasserzirkulation durch die Straße von Gibraltar und reduziert die Schwankungsbreite der Gezeiten. In Verbindung mit der hohen Verdunstungsrate ist das Mittelmeer mit 3,8 %o (im Mittel) viel salziger als der Atlantik mit 3,5 %o.
 
Die Straße von Gibraltar Im Folgenden etwas für die Allgemeinbildung aber vor allem für die Navigation hilfreiche Informationen im wesentlichen einem Handbuch 2006 von Colin Thomas entnommen. Das Mittelmeer (Mare Nostrum = unser Meer, so nannten es die Römer), erstreckt sich über 3.860 km (2.084 NM) in Ost-West-Richtung und an der breitesten Stelle in Süd-Nord-Richtung über 1.600 km (868 NM) bei einer durchschnittlichen Tiefe von 1.500 m und einer max. Tiefe von 5.150 m südl. von Griechenland. Vor ca.30 Mio Jahren kollidierte die afrikanische mit der europäischen Kontinentalplatte und quetschten das Mittelmeer zusammen. Doch diese Platten bewegen sich auch heute noch, nötigen hin und wieder Ätna, Vesuv und Stromboli zu Eruptionen und lösen immer wieder Erdbeben in Italien, Griechenland und der Türkei aus. Eine unterseeische Schwelle zwischen Sizilien und Tunesien teilt das Mittelmeer in ein östliches und ein westlichen Becken, eine weitere Schwelle erstreckt sich zwischen Spanien und Marokko am Ausgang des Mittelmeeres. Nur ca. 300 m tief, behindert diese Schwelle die Wasserzirkulation durch die Straße von Gibraltar und reduziert die Schwankungsbreite der Gezeiten. In Verbindung mit der hohen Verdunstungsrate ist das Mittelmeer mit 3,8 %o (im Mittel) viel salziger als der Atlantik mit 3,5 %o.

Version vom 8. April 2007, 14:48 Uhr

Bild des Mittelmeeres (Quelle: NASA - http://visibleearth.nasa.gov/)

Das Mittelmeer bietet vielseitige Segelreviere bei meist milden bis warmen Verhältnissen. Beste Jahreszeiten für einen Törn sind Frühling und Herbst. Der Sommer ist meist sehr heiß und vielerorts überlaufen. Auch im Spätherbst und Winter kann in einigen Regionen gut gesegelt werden. Hier muss man sich jedoch sorgfältig über die lokalen Wetterbedingungen informieren, überraschende und heftige Stürme sind möglich.

Inhaltsverzeichnis

Beliebte Segelreviere im Mittelmeer

Balearen

Die Insel Mallorca ist von Deutschland aus bequem und gut mit dem Flieger zu erreichen. Die Insel bietet eine gute Charter- und Segel-Infrastruktur. Die Insel Menorca ist als benachbarte Insel 30sm entfernt und eignet sich für einen Ausflug, auch Ibiza und Formentera sind abwechslungsreiche, problemlos erreichbare Segelziele.

Elba

Die Insel Elba liegt im Toskanischen Archipel und ist Ausgangspunkt für Fahrten nach Capraia, Korsika, Giglio, Häfen an der Toskanischen Küste und Sardinien.

Korsika

Korsika ist ein Revier für das man schon etwas Zeit mitbringen sollte. Neben den sehr schönen Häfen und Buchten ist auch die Insel selbst ein Erlebnis.

Sardinien

Wie für Korsika gilt auch hier, daß man genügend Zeit mitbringt. Natürlich ist ein 1 Wochentörn an der Costa Smeralda im Nordosten bis in den Süden von Korsika möglich.

Adria / Kroatien

Die Adria ist das Hausrevier der Süddeutschen und Österreicher. In Kroatien gibt es eine gute Infrastruktur und eine Vielzahl touristischer Einrichtungen. Gesegelt wird von Frühjahr bis in den Oktober/November. Die Adria ist tendentiell ein Schwachwindrevier, kann durch die Bora aber auch sehr sportlich werden. Neben Kroatien kann auch Slowenien(Portorož) als Ausgangspunkt eines Törns sein, um von dort aus die kroatische Küste Istriens oder die Adriaküste Italiens zu erkunden. Italien hingegen bietet eher weniger Infrastruktur für Chartersegler.

Ägais

Das Seegebiet zwischen Griechenland und Türkei ist gesäumt mit unzähligen kleinen Inseln und stellt ein interessantes und vielseitiges Segelrevier dar. Die Ägais unterteilt sich in mehrere Inselgruppen, darunter die Kykladen und die Dodekanes.

Türkei

die Süd- bis Südwestküste der Türkei gilt bei Insidern als schönstes Segelrevier des Mittelmeers.

Wetter

Eine allgemeine Wetterbeschreibung für das gesamte Mittelmeer ist schwierig. Hier sollten die lokalen Wetterbesonderheiten betrachtet werden.

Grundsätzlich herrscht um das gesamte Mittelmeer subtropisches Klima. Vor allem im südöstlichen Teil des Mittelmeeres herrscht auch im Winter noch Urlaubswetter.

Die große Wärme sorgt für eine starke Verdunstung. Das führt zu Dunst über dem Wasser. Dadurch ist die Sicht häufig geringfügig eingeschränkt, die Luftfeuchtigkeit ist tendenziell hoch. Abends bilden sich über dem Mittelmeer häufig Cirren, welche den gesamten Himmel bedecken können. Während es anderswo ein Zeichen für eine aufziehende Warmfront, also eine Wetterverschlechterung ist, ist es am Mittelmeer eine normale, unbedeutende Erscheinung.

Lokale Windsysteme

Die unterschiedlichen Segelreviere des Mittelmeeres werden durch charakteristische Windsysteme geprägt, ansonsten dominiert die Thermik das Windgeschehen.

Strasse von Gibraltar

Das Tor zum Atlantik wird bestimmt durch die Düsenwirkung in der Strasse von Gibraltar. Vorherrschende Winde werden um bis zu 2 Beaufort verstärkt, so dass häufig Starkwind anzutreffen ist.

Wetter Die Straße von Gibraltar ist vielleicht eine der Wasserstraßen, in der meistens Wind herrscht, mit einer Besonderheit, dass die Windrichtung unregelmäßig von einer Richtung in die andere schwingt. Es kommt vor, dass der Wind 3-4 Tage lang in eine Richtung weht, dann innerhalb weniger Stunden abnimmt und danach für 3-4 Tage aus der entgegengesetzten Richtung kommt, oder „abstirbt“ um danach weiter in die gleiche Richtung zu blasen. Dieses „Verhalten“ hängt damit zusammen, dass die Straße von Gibraltar zwischen 2 großen Wasserkörpern liegt, dem Atlantik im Westen und dem Mittelmeer im Osten, beide mit ihrem eigenen Wettersystem. Das Atlantikwasser tendiert kühler, die Luftmassen darüber verhalten sich unbeständiger, während das Mittelmeerwasser wärmer und die Luftmassen stabiler sind. Zieht man eine imaginäre Linie von Süd nach Nord durch die Straße, dann dominiert das Wettersystem das den höheren Luftdruck hat. Der Wind bläst dann vom höheren in Richtung des niederen Drucks, durch die Straße, meistens rechtwinklig zu den Isobaren. Die Ursache liegt in den Gebirgszügen auf beiden Seiten, südlich und nördlich der Straße. In der Strasse wird aus einem 4 er–Wind windseits, am Ende der Straße oft ein 6 er – Wind, dies gilt für beide Windrichtungen. Es wird abgeraten mit dem Spinnacker durch die Straße zu fahren. Ein zahmer 3 er, 4 er – Wind bei Gibraltar wird sehr wahrscheinlich bei Tarifa zu einem 6 – 7 er. Das Ansteigen der Windstärke geschieht so allmählich, dass es keine Alarmzeichen gäbe, und schon sei es zu spät. Reff 2 oder Reff 3 im Hauptsegel und eine periodische Reduzierung der Genua sei die Taktik des weisen Mannes. Seebrisen können sich besonders an heißen sonnigen Tagen entwickeln. Ein lokales Tief in Mitte der Straße verändert die Situation in ganz kurzer Zeit.

Nebel Mit Nebel muß man in der Straße von Juni bis September rechnen, gerade in der Zeit, in der viele kleine Fahrzeuge unterwegs sind. Wenn feucht warme Luftmassen über relativ kaltes Wasser (Wasser aus dem Atlantik) strömen steigt die Nebelwahrscheinlichkeit. Es kommt vor, das vor Ceuta eine Nebelbank liegt, bei (ostsetzender Strömung), in Straßenmitte (bei westsetzender Strömumg) klare Sicht herrscht und auf der Nordseite (bei ostsetzender Strömung) wieder Nebelbänke liegen.


Statistik und Aufkommenswahrscheinlichkeit

Windstärke

                       Windstille		1-3		4-5		6-7		8+

                          0,014 %		43 %		49 %		7 %		0 %


Windrichtung

                             nördlich      östlich      südlich      westlich
  
                                1 %         46 %          4 %          49 %


Strömungsgeschwindigkeit des Wassers in Abhängigkeit der Windstärke

                             Bf     4        5        6        7        8	
                             Kn    0,3      0,4      0,5      0,6      0,8


Niederschlagsmenge ( mm ) Sonnenschein Anzahl Tage

                         Gesamt      max.     Gesamt h   klarer Himmel   Nebel

               Mai           38,9      19,9       305,8           2           3
              Juni             5,2        4,2        357,9           9           0
              Juli              1,8        1,4        363,3          14           1
             August        1,0        0,6       318,3          11           2

Mistral

Der Mistral ist ein kalter Nordwind, vorwiegend im Golfe du Lion an der Südküste Frankreichs. Er erreicht häufig, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, Sturmstärke. Am stärksten wirkt er im Rhone-Tal, nach Osten kann der Mistral aber auch das Wetter auf Korsika und Sardinien beeinflussen. Der Mistral kann in Extremfällen bis zu den Balearen reichen, sehr selten auch bis zur afrikanischen Küste.

Bora

Die Bora ist das Äquivalent zum Mistral an der adriatischen Küste, weht jedoch aus NO. Auch die Bora kann - insbesondere im Herbst und Winter - Sturmstärke erreichen. Die Bora reicht jedoch selten sehr weit nach Süden hinaus.

Etesien/Meltemi

Die Etesien (in Griechenland), bzw. Meltemi (in der Türkei) sind ein gleichmäßiger, mit etwa 5 bis 7 Beaufort recht kräftiger, nördlicher Wind im östlichen Mittelmeer. Er tritt in den Sommermonaten Juli bis September in der Ägais auf. Dieser Wind entsteht durch großflächige Druckverteilung, insbesondere durch ein kräftiges, themisches Tief über Kleinasien. Der Etesien ist für sich genommen unkritisch, jedoch muss beachtet werden, das gerade in der Ägais in der Nähe der zahlreichen Inseln gefährliche Fallböen und Kap-/Düseneffekte auftreten können.

Scirocco

Als Scirocco werden alle Südwinde im Mittelmeer zusammengefasst. Sie tragen heiße, trockene Sahara-Luft auf das Mittelmeer. An der Südküste kann Sand die Sicht beeinträchtigen. Nach Norden hin nimmt die Luft zunehmend Feuchtigkeit auf und führt zu Schwüle und schlechter Sicht. Der Scirocco reicht häufig bis zur Nordküste des Mittelmeers und wird in Kroatien beispielsweise als Jugo bezeichnet.

Strömungen und Gezeiten

Das Mittelmeer ist durch die Strasse von Gibraltar weitestgehend vom Gezeitengeschehen des Atlantiks abgekoppelt. In der Meerenge kommt es zu starken Strömungen zwischen Mittelmeer und Atlantik, innerhalb des Mittelmeeres ist jedoch nicht mehr viel davon zu spüren. Der Tidenhub beträgt im Mittelmeer typischerweise um die 0.5m, Gezeitenströmungen treten nicht auf. Neben dem Tidenhub sollte jedoch auch die Wirkung des Windes auf den Wasserstand berücksichtigt werden. So kann langanhaltender Südwind im Golf von Triest und in den Lagunen um Vendig eine Wasserstandserhöhung von 0,5m bewirken.

Seegebiete

Tyrrhenisches MeerAdriaÄgais

Mittelmeer


Straße von Gibraltar

Die Straße von Gibraltar Im Folgenden etwas für die Allgemeinbildung aber vor allem für die Navigation hilfreiche Informationen im wesentlichen einem Handbuch 2006 von Colin Thomas entnommen. Das Mittelmeer (Mare Nostrum = unser Meer, so nannten es die Römer), erstreckt sich über 3.860 km (2.084 NM) in Ost-West-Richtung und an der breitesten Stelle in Süd-Nord-Richtung über 1.600 km (868 NM) bei einer durchschnittlichen Tiefe von 1.500 m und einer max. Tiefe von 5.150 m südl. von Griechenland. Vor ca.30 Mio Jahren kollidierte die afrikanische mit der europäischen Kontinentalplatte und quetschten das Mittelmeer zusammen. Doch diese Platten bewegen sich auch heute noch, nötigen hin und wieder Ätna, Vesuv und Stromboli zu Eruptionen und lösen immer wieder Erdbeben in Italien, Griechenland und der Türkei aus. Eine unterseeische Schwelle zwischen Sizilien und Tunesien teilt das Mittelmeer in ein östliches und ein westlichen Becken, eine weitere Schwelle erstreckt sich zwischen Spanien und Marokko am Ausgang des Mittelmeeres. Nur ca. 300 m tief, behindert diese Schwelle die Wasserzirkulation durch die Straße von Gibraltar und reduziert die Schwankungsbreite der Gezeiten. In Verbindung mit der hohen Verdunstungsrate ist das Mittelmeer mit 3,8 %o (im Mittel) viel salziger als der Atlantik mit 3,5 %o.

Hydrologische Strömung Geringe Niederschlagsmengen und wenige Zuflüsse ersetzen nur etwa 1/3 der Verdunstungs-menge und so wird ein permanenter Zustrom vom Atlantik ausgelöst. Ca. 1 Mio m³/s Atlantikwasser fließen mit einer Strömungsgeschwindigkeit von ca.1 kn von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 150 m Richtung Osten. Das wegen dem höheren Salzgehalt schwerere Wasser sinkt nach unten und schwappt über die mit 300 m unter dem Meeresspiegel rel. flache Schwelle, die sich quer zur Straße von Gibraltar erstreckt, Richtung Atlantik und verursacht unterhalb der Tiefe von 150 m bis zum Meeresboden eine Westströmung. U-Booten berücksichtigen diese entsprechend.

Was für uns interessanter ist und in unsere „Berechnungen“ mit einfließen muß, ist die hydrologische Strömung in der Straße, die im engsten Abschnitt bis knapp 2 kn stark ist, aber auch noch in beachtlicher Entfernung jenseits davon wirkt.

GezeitenDie Gezeitenstromdaten beziehen sich auf das HW von Gibraltar. Zur Springzeit erreicht der Tidenstrom 3 kn, zur Nippzeit ca. 1,5 kn, er wechselt alle 6 h 20 min die Richtung, aber mit einer Besonderheit : Die Strömung besteht aus 3 verschiedenen Einzelströmen, dem Hauptstrom in Straßenmitte und aus zwei Gegenströmungen entlang der beiden, der nördlichen (spanischen) und südlichen (marokkanischen) Küsten.

Bezogen auf das HW Gibraltar fließen die Tidenströme wie folgt:

Nördlicher Gegenströmumg

           Ost-setzend     zwischen      - 3 h  und  + 3 h
           West–setzend  zwischen     + 3 h  und  – 3 h


Zentralstrom

           Ost–setzend   zwischen        HW  und  + 6 h
           West–setzend  zwischen     – 6 h  und     HW


Südlicher Gegenströmung

           Ost-setzend   zwischen      - 4 h  und  + 2 h
           West–setzend  zwischen     + 2 h  und  – 4 h

Links

Artikel zum Mittelmeerraum in der Wikipedia

(Sporthäfen Costa Brava: http://www.ahoi-espana.com)

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