Reffen

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Seemannschaft

Manöver


Das Reffen ist eine Verkleinerung der Segelfläche(n) bei Starkwind und höher und dennoch einen Antrieb unter Segeln zu erreichen. Gereffte Segel vermeiden ein Reißen des Materials bzw. gar des Kenterns und Mastbruches.

Die weggenommenen Flächen werden bei großen Segeln mit Reffbändseln festgebunden.

Ein komplettes Reffen ist das Segelbergen (dann nicht mehr Reffen genannt).

Inhaltsverzeichnis

Timing

Die Vorbereitung zum Reffen bzw. die Idee überhaupt zu reffen sollte vom Skipper lieber zu früh als zu spät getroffen werden. Ist also aufgrund von abnehmender Landabdeckung, des Wetterberichts oder Wetterbeobachtungen davon auszugehen, daß der Wind zunimmt, so macht es stets Sinn früh zu reffen. Spätestens, wenn das Schiff so viel Luvgier entwickelt, daß der Rudergänger deutlichen Ruderdruck spürt und in Böen stark Gegenruder geben muß wird es Zeit ein Reff einzulegen. Wer übrigens meint mit mehr Segelfläche schneller zu sein, der irrt. Durch die einsetzende Luvgier des Lage schiebenden Schiffes wird es nötig mittels Ruderlegen das Schiff auf Kurs zu halten, was natürlich Energie -und damit Geschwindigkeit- kostet und das Rigg nur unnötig belastet.

Vorbereitung

Vor dem Reffen muß klar sein, wie dies bei dem Schiff, daß gesegelt wird, von statten geht. Zu beachten sind z.B.:

  • Ist das Reffsystem ein Einleinen-Reffsystem oder muß ein Reffhaken am Mast verwendet werden?
  • Sind Lazy-Jacks vorhanden?

Ebenfalls ist die Crew Einzuweisen und Positionen sind zu verteilen. Bei der Verwendung eines Reffhakens am Mast ist darauf zu achten, daß die Person sich am Mast sichert.

Ablauf

Hier wird der Ablauf des Reffens mit Reffhaken erklärt.

1. Der Rudergänger bringt das Schiff hoch an den Wind, dadurch richtet sich das Schiff ein wenig auf und verringert die Fahrt. 2. Die Person, die zuständig ist für den Reffhaken begibt sich zum Mast. 3. Die Großschot wird losgeworfen 3a. Eine eventuell vorhandene Dirk wird durchgesetzt. 4. Das Großfall wird durchgefiert. Hierbei müssen sich der "Mastmann" und derjenige am Klavier miteinander "kurzschließen" um das Großsegel nicht zu weit oder zu wenig nierzuholen. 5. Sobald vom Mast die Rückmeldung kommt, daß die Reffkausch sitzt wird das Großfall durchgesetzt. 6. Die Person vom Mast kommt wieder in die Plicht 7. Die Reffleine wird durchgesetzt um das neue Unterliek auszubilden und das Segel flach zu trimmen. 7a. Dirk wird durchgefiert. 8. Die Großschot wird dichtgeholt.

Bei Großsegeln ohne Lazy-Jacks ist darauf zu achten, daß das Großsegel beigebunden werden muß, so daß man unter dem Großbaum noch hindurchblicken kann. Dies kann auch nach dem Reff-Vorgang geschehen, wenn das Groß wieder dichtgezogen ist. Ein hoher Amwindkurs mindert hier die Krängung und das dichtgezogene Groß steht stabiler als ein killendes Großsegel. Da beide Hände für diese Tätigkeit gebraucht werden ist darauf zu achten, daß niemand den halt verliert und über Bord geht.

Reffen des Vorsegels

Ein Reffen des Vorsegels ist über eine Rollanlage möglich. Vorteil dieser Variante ist, daß das Vorsegel nicht komplett niedergeholt und durch ein anderes Vorsegel ersetzt werden muß, sondern lediglich eingerollt werden muß. Nachteil ist, daß eine auf Fockgröße eingerollte Genua selten gut steht und die Belastung für das Segel durch Knicken des Segeltuchs hoch ist.

Ein Niederholen des Segels und vollständiges Ersetzen durch ein kleineres Vorsegel ist dem Einsatz der Rollanlage vorzuziehen.

Weblinks

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