Staande Mastroute

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Mit der Staande Mastroute (manchmal auch mit Staande Mast Route bezeichnet) hat man die Möglichkeit, ganz Niederlande über Kanäle und Seen und somit auf Binnengewässern zu durchqueren. Die Strecke wurde eingerichtet für Wasserfahrzeuge mit mehr als sechs Meter hohen Aufbauten (oder Ladung) und ist gedacht sowohl für Berufs- wie auch für die Sportschifffahrt, bei letzteren vor allem für große Motorboote und für Segelschiffe, deren Masten man nicht legen kann (deshalb die Bezeichnung Staande Mastroute). Sie stellt eine gute Alternative für die Fahrt über die Nordsee dar, beispielsweise bei schwerem und/oder unpassendem Wetter. Sie ist aber auch landschaftlich in weiten Teilen reizvoll und auch touristisch interessant. So gelangt man von der Westerschelde nahe Belgien über die Osterschelde, vorbei an Rotterdam, durch Amsterdam, und im weiteren Verlauf über das Markermeer, IJsselmeer und durch die Gewässer in Friesland bis zur Ems-Mündung und damit in die deutschen Gewässer.

Inhaltsverzeichnis

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In den nautischen Unterlagen wird mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9 km/h gerechnet, womit man theoretisch die gesamte Strecke in 2 Tagen absolvieren kannn. In der Praxis sieht das natürlich anders aus. Die Reise vom Lauwersmeer zum IJsselmeer dauert 2 Tage, wenn man es eilig hat, und mindestens 3 Tage, wenn man es etwas gemütlicher angehen lässt (empfohlen!). Die Reise von Amsterdam in die Westerschelde dauert mindestens 3 Tage.

Die Route bietet eine definierte Sollwassertiefe und verfügt ausschließlich über Klappbrücken. Diese sind nicht immer gebührenfrei zu benutzen. Schilder an den Brücken weisen darauf hin. Meist sind 1-2 € fällig, die man passend bereithaben sollte. In größeren Orten wird auch schon mal gesammelt kassiert (beispielsweise in Leeuwarden), meist an der ersten, beziehungsweise letzten gebührenpflichtigen Brücke.

Die meisten Brücken werden nicht rund um die Uhr bedient, so daß man bei der Törnplanung die Brückenöffnungszeiten, die maximal erlaubte Geschwindigkeit und die Liegeplätze unterwegs berücksichtigen muss. Teilstrecken werden im Konvoi durchfahren (Amsterdam), in zumindest für den westniederländischen Teil sind die Brückenöffnungszeiten danach abgestimmt.

[Bearbeiten] Nautische Unterlagen

  • Für die Fahrt selber sind natürlich das aktuelle Kartenwerk für die "Staande Mastroute"
- "ANWB Wateratlas - Staande Mastroute - Willemstad/Delfzijl" und/oder der
- "ANWB Wateralmanak]] - Deel 2 - Vaargegevens" notwendig.
- "ANWB Waterkaart) G - Amsterdam - Alkmaar
- "ANWB Waterkaart) F - Alkmaar - Den Helder

Wi ebei diesen Unterlagen üblich, erfolgen die Tiefenangaben in Dezimetern (z.&nbap;B. D30 = 3 m).

[Bearbeiten] Verlauf der "Staande Mastroute"

Die "Staande Mastroute" wird in drei Abschnitte unterteilt:

  • Abschnitt Deltagewässer - Westerschelde/Oosterschelde
  • Abschnitt Westniederlande - Willemstad bis Amsterdam
  • Abschnitt Nordniederlande - Markermeer, IJsselmeer, Lemmer bis Delfzijl

Neben diesen Hauptrouten gibt es einige Neben- oder Alternativstrecken, die auch mit stehendem Mast befahrbaren werden können. Das sind unter anderem:

  • via Kanal durch Zuid-Beveland
  • Amsterdam - Den Helder
  • Nebenstrecke über Haarlem
  • Nebenstrecke über Leiden
  • Harlingen - Leeuwarden
  • Weitere Zufahrten zur Nordsee über Roompot, Haringvliet, Kornwerderzand und Lauwersoog
  • Stavoren oder Workum bis Prinses Margrietkanaal südlich von Sneek
  • Sneeker Meer - Leeuwarden über De Alde Faenen

[Bearbeiten] Willemstad - Amsterdam

Von Amsterdam ausgehend meldet man sich sich beim Schleusenmeister zur Durchfahrt abends an, da eine Amsterdammer Eisenbahnbrücke erst nach Durchfahrt des letzten Zuges geöffnet werden kann. Nach der Anmeldung kann man nochmals fest machen und wird per Funk zum Aufbruch veranlasst (circa 01:00 Uhr nachts, je nach Zugfahrplan und Verspätung). Man fährt am besten in der Kolonne mit den anderen Segelbooten, da die Brückenwärter zeitig die Brücken öffnen und so eine schnelle Passage der Kolonne ermöglichen. In der Folge fährt man durch die Amsterdamer Grachten vorbei am Flughafen Schiphol und dem See Westeinderplassen bis man Alphen aan den Rijn erreicht. Von dort fährt man nach Gouda und Rotterdam, wo man den Rhein flussaufwärts in den alten Maasarm nach Dordrecht einfährt. Wenn man an Dordrecht vorbei ist, biegt man links in den Dordsche Kil ein. Hier erwartet einen noch eine Brücke, an der es Wartezeiten geben kann. Danach ist der Weg frei bis zum Hollands Diep. Dort passiert man zuerst Strijensas und im weiteren Verlauf erreicht man Willemstad.

[Bearbeiten] Amsterdam - Lemmer

Für die Fahrten zwischen Marker- und IJsselmeer bieten sich beide Schleusenkomplexe an, dem bei Lelystad wie dem bei Enkhuizen.

[Bearbeiten] Lemmer - Delfzjl

Dieser Abschnitt verläuft so:

Vom Lauwersmeer geht es entweder

oder weiter via

Die Teilstrecken von Grouw vorbei an Warga bis zum Van Harinxmakanaal sowie ab Leeuwarden und der Dockumer Ee bis zum Lauwersmeer haben eine Sollwassertiefe von 1,90  m.


[Bearbeiten] Amsterdam - Alkmaar - Den Helder

Dieser Abschnitt verläuft ab Amsterdam:

  • z. B. ab Sixhaven - Noordzeekanaal - abbiegen bei Fahr-km 18 Richtung Zaandam über Zijkanaal G - Zaankanaal - Zaan - bei Stierop in Almaarder Meer - weiter auf dem Nordhollandsch Kanaal über Alkmaar - den Helder - Nordsee (Wattenmeer)


Hinweise:

  • Die Einfahrt am Amsterdam direkt in den Nordhollandschkanaal ist mit stehendem Mast nicht möglich. Bereits die erste Brücke kann nicht geöffnet werden.
  • Die oben beschriebene Route führt durch verschiedene Brücken. Anlegemöglichkeiten vor den Brücken sind praktisch nicht vorhanden. Erst kurz vor Den Helder gibt es einige Möglichkeiten, für Sportboote festzumachen.
  • Funk ist dringend zu empfehlen. Nicht alle Brücken sind besetzt und müssen deshalb auf VHF 20 angefunkt werden.
  • Es sind einige Eisenbahnbrücken (in der Karte mit "Spoorbrug" bezeichnet) zu passieren. Diese öffnen nur zu festen Zeiten und sind nicht anfunkbar. Vor diesen Brücken stehen an kurzen Anlegern Marifons (Wechselsprechanlagen) bereit. Die Anleger sind bei Wind teilweise schwierig anfahrbar.
  • Wassertiefe

Bei einem Törn im Sommer 2010 wurden nie weniger als 3,70 m festgestellt. In den ANBW - Karten G und F wird in der Regel D30 bis D35 angegeben. Auf der ANBW - Karte F (Ausgabe 2009/2010) wird die Tiefe des Nordhollandschkanaal ab km 53 mit D15 angegeben. Das ist eindeutig falsch. Der Kanal ist hier 3,40 m - 3,70 m tief.

  • Fahrtzeit

Für die Route sind mindestens 2 Tage einzuplanen. Der erste Abschnitt ist - ab Zaandam - landschaftlich reizvoll. Nach Alkmaar wird es langweiliger. Beidseitig verlaufen Straßen.

  • Zwischenstopp/Übernachtung

- Alkmaarder Meer

Der JH Alkmaarse R&ZV ist sehr komfortabel ausgestattet und liegt landschaftlich wunderschön. Es liegen dort zwar i. d. R. kleinere Vereinsboote. Yachten bis 12 m Länge und weniger als 2 m Tiefgang können aber festmachen. Internet/WLAN war im Sommer 2010 kostenfrei. 12 m Yacht, Wasser, Strom kosteten circa 14 Euro.

Achtung bei der Einfahrt:

Aus der betonnten Fahrrinne sollte erst nach links (von Amsterdam kommend) abgebogen werden, wenn die Hafeneinfahrt querab liegt. Dort zwischen den beiden Tonnen kann der Meldesteiger auf Steuerbord angelaufen werden. Wird dies nicht beachtet, können Boote mit mehr als 1,70 m Tiefgang schnell auf Grund laufen.

- Alkmaar

Bietet sich ebenfalls als Zwischenziel an, insbesondere am Freitag mit dem Alkmaarer Käsemarkt. Es gibt verschiedene Häfen. Die Übernachtung an der "Bierade" kostet rund 10 Euro. Wasser muss extra bezahlt werden, die Sanitäranlagen sind bescheiden. Übernachtungen im vorderen Bereich links (von Amsterdam kommend) sind ebenfalls bei der Hafenmeisterin an der Bierade zu bezahlen. Das Umfeld ist hier teilweise von abgewrackten Booten geprägt, die als "Wohnsitz" genutzt werden. Entsprechend sieht die Sache nicht vertrauenswürdig aus.

[Bearbeiten] Weblinks

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