Steinhuder Meer

aus SkipperGuide, dem Online-Revierführer über die Segelreviere der Welt.
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Das Steinhuder Meer ist ein attraktives Jollenrevier, ca. 8 km lang und etwa 5 km breit, bietet es ausreichend Fläche für ausgedehnte Schläge auch unter Spinnaker. Der Wind weht stetig, Wetterveränderungen sind schon lange vorher zu beobachten. Die Wassertiefe liegt überwiegend bei 0,80 cm, je nach Wasserstand sind die inneren Liegeplätze an den Stegen im Schlick rutschend zu erreichen. Langsam versandet das Meer. Der Wasserstand nimmt gegen Ende der Saison massiv ab und es bilden sich immer wieder neue "Modderbänke", in denen das Boot einfach stecken bleibt, während das Echolot immer noch 1,20 Wassertiefe anzeigt. Der Grund besteht aus weichem, braunen und stets kaltem Moor, allerdings liegen vor Steinhude dummerweise einige grosse Steine im Wasser, die natürlich nicht gekennzeichnet sind - denn sonst hätten die Touristen im Café ja kein Spektakel mehr! ;-) Ich habe jetzt begonnen, nach jeder Feindberührung den Stein in die Navionics Seekarte einzutragen. Mit Hilfe der Berufsschiffergesellschaft habe ich das Projekt inzwischen abgeschlossen. Lediglich in den Deipen, einem Streifen in der Mitte des Meeres, ist es etwa 2,80 m tief. Dort wird auch die Welle gelegentlich etwas ruppiger.

Kiten und surfen kann man im NE, östlich von Mardorf im einem gekennzeichneten Revier. Wer nicht campen mag, dem bleibt das Hotel Fischerhaus, einige aparte Ferienwohnungen sowie etliche bemerkenswerte Gästezimmer. ;-)

Am Nordufer gibt es den Bootsverleih Kielhorn. Dort gibt es alles, was das Herz begehrt und man kann sogar eine Neptun 22 chartern, neben der Varianta der beliebteste Klassiker aus den 1970er Jahren auf dem Meer.

Das Meer bietet viele Ausflugs- und Anlegemöglichkeiten. Zum Beispiel den Hagenburger Kanal. Er endet an der Fußgängerbrücke- und dann heißt es wenden - und danach heißt es kreuzen, eine besondere Herausforderung bei Gegenverkehr. Besondere Highlights: Eine Umfahrung der Insel Wulveskuhlen, die aber nicht betreten werden darf. Die Insel Wilhelmstein mit einem militärischen Museum.

Nachdem der Inselvogt im kalten Winter 2011 mehrere Wochen ganz alleine dort ausharren musste, soll jetzt die Insel zumindest über Weihnachten in den Hafen von Steinhude geschleppt werden. Überhaupt wird eine Menge Seemannsgarn gesponnen: Zum Beispiel über den starken U-Boot-Verkehr in den Deipen! Kollisionen sind da kaum zu vermeiden und so haben manche Jollen auf dem Steinhuder Meer ein heftig verbogenes Schwert. Später entstanden daraus die Hydrofoils, die L- förmigen Schwerte der Rennkatamarane. Ein exorbitanter Beweis der Innovativität der Steinhuder Meer Segler! Nur das Foiling wurde inzwischen verboten, weil dabei zuviele Enten geköpft wurden. Naturschutz eben.

Eine typische Bootsklasse sind die "Auswanderer". Sie heißen so, weil wohl vor vielen Jahrhunderten damit einige Steinhuder Familien ihre Freiheit gesucht haben und nach Mardorf ausgewandert sind. Übrigens: Auswanderer, sofern sie der "Berufsschiffahrt" angehören, haben immer Wegerecht.

Steinhude im Süden ist im Hochsommer wegen seiner netten Uferpromenade oft überlaufen. Dort gibt es auch Scharen von Tretbootfahren - seemännische Kamikazepiloten, gut zu erkennen an den roten Tretbooten im Porsche Design.

Mardorf im Norden hat sich inzwischen von einer Campingplatz-Kultur zum Freizeitmagneten entwickelt. Urig ist die Alte Moorhütte, sie wurde um eine dicke Eiche drumherum gebaut. Man trinkt dort Nordlicht und Moorbock. Sehenswert das neue Naturparkhaus (nein, kein Parkhaus, sondern Naturpark) auf dem Uferweg. Überhaupt gibt es rundherum viele Attraktionen. Von der geführten vogelkundlichen Moorwanderung, dem Shantychor-Auftritt über Jazzmusik auf dem Uferfloß bis zu kulinarischen High- und Lowlights. Wer Fischgerichte mag, sollte das Fischerhaus am Uferweg in Mardorf besuchen. Gleich nebenan Birgit´s Cafe mit Selbstgebackenen Torten! Alternativ bietet der SC Mar am Ankerweg hervorragende Gastronomie. Dazwischen unterhält der Deutsche Kanu-Verband sein Sportzentrum mit Camping-Platz. Das Ostenmeer ist Naturschutzgebiet, ebenso wie die Feuchtwiesen im Südwesten. Im Ostenmeer liegt eine Postboje: Wer dort seine Postkarte einwirft, erhält einen Sonderstempel, natürlich dauert die Zustellung dann auch 2 Tage länger. Nachts darf das Steinhuder Meer nicht befahren werden und ankern ist nachts auch verboten. Der Naturschutz greift eben auch hier um sich. Dafür gibt es Aussichtstürme zur Beobachtung der Vögel und einen Rundwanderweg durchs tiefe Moor.

Alle Stege sind durchnummeriert, wer einen bestimmten sucht, der findet ihn bei openseamap. Direkt vor dem Naturparkhaus liegt Steg N34. Dort hat der Segelverein Nienburg stets einen Liegeplatz für neue Mitglieder frei - und bietet eine nette, maritime Steggemeinschaft. Am Holunderweg gibt es einen öffentlichen Bootskran, ebenso bei Linnekuhl S 90 in Steinhude, Uferstrasse. Verschiedenen Segelvereine bieten auch Slipanlagen an.

Mit einem Fußmarsch vom "Pilz" (einem auffälligen Imbiss in Mardorf) erreichbar: Der Golfpark Steinhuder Meer (GPSM). Ein naturverbundener, sehr schöner, gepflegter Platz - es soll Tage geben, da will man vielleicht auch mal etwas anderes tun als segeln.

https://www.gpsm.de