Mittelmeer: Unterschied zwischen den Versionen

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(Türkei)
(Weblinks: DP07 sendet leider seit ein paar Jahren nicht mehr per Kurzwelle ins Mittelmeer (dafuer neuerdings fuer Nord- und Ostsee))
 
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[[Bild:Mittelmeer_nasa.jpg|thumb|400px|right|Bild des Mittelmeeres (Quelle: NASA - [http://visibleearth.nasa.gov/ http://visibleearth.nasa.gov/])]]
 
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Das Mittelmeer bietet vielseitige Segelreviere bei meist milden bis warmen Verhältnissen. Beste Jahreszeiten für einen Törn sind Frühling und Herbst. Der Sommer ist meist sehr heiß und vielerorts überlaufen. Auch im Spätherbst und Winter kann in einigen Regionen gut gesegelt werden. Hier muss man sich jedoch sorgfältig über die lokalen Wetterbedingungen informieren, überraschende und heftige Stürme sind möglich.
 
Das Mittelmeer bietet vielseitige Segelreviere bei meist milden bis warmen Verhältnissen. Beste Jahreszeiten für einen Törn sind Frühling und Herbst. Der Sommer ist meist sehr heiß und vielerorts überlaufen. Auch im Spätherbst und Winter kann in einigen Regionen gut gesegelt werden. Hier muss man sich jedoch sorgfältig über die lokalen Wetterbedingungen informieren, überraschende und heftige Stürme sind möglich.
  
== Beliebte Segelreviere im Mittelmeer ==
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Die nachfolgenden Informationen sind im wesentlichen einem Handbuch von Colin Thomas (2006) entnommen.
  
=== [[Balearen]] ===
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Das Mittelmeer (Mare Nostrum = unser Meer, so nannten es die Römer), erstreckt sich über 3.860 km (2.084 NM) in Ost-West-Richtung und an der breitesten Stelle in Süd-Nord-Richtung über 1.600 km (868 NM) bei einer durchschnittlichen Tiefe von 1.500 m und einer maximalen Tiefe von 5.150 m südlich von Griechenland. Vor circa 30 Millionen Jahren kollidierte die afrikanische mit der europäischen Kontinentalplatte und quetschten das Mittelmeer zusammen. Doch diese Platten bewegen sich auch heute noch, nötigen hin und wieder Ätna, Vesuv und Stromboli zu Eruptionen und lösen immer wieder Erdbeben in Italien, Griechenland und der Türkei aus.  
Die Insel [[Mallorca]] ist von Deutschland aus bequem und gut mit dem Flieger zu erreichen. Die Insel bietet eine gute Charter- und Segel-Infrastruktur. Die Insel [[Menorca]] ist als benachbarte Insel 30sm entfernt und eignet sich für einen Ausflug, auch [[Ibiza und Formentera]] sind abwechslungsreiche, problemlos erreichbare Segelziele.
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=== [[Elba]] ===
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Eine unterseeische Schwelle zwischen Sizilien und Tunesien teilt das Mittelmeer in ein östliches und ein westlichen Becken, eine weitere Schwelle erstreckt sich zwischen Spanien und Marokko am Ausgang des Mittelmeeres. Nur circa 300 m tief, behindert diese Schwelle die Wasserzirkulation durch die Straße von Gibraltar und reduziert die Schwankungsbreite der Gezeiten. In Verbindung mit der hohen Verdunstungsrate ist das Mittelmeer mit 3,8 % (im Mittel) etwas salziger als der Atlantik mit 3,5 %.
Die Insel Elba liegt im Toskanischen Archipel und ist Ausgangspunkt für Fahrten nach [[Capraia]], [[Korsika]], [[Giglio]], [[Häfen an der Toskanischen Küste]] und [[Sardinien]].
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=== [[Korsika]] ===
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Geringe Niederschlagsmengen und wenige Zuflüsse ersetzen nur etwa einem Drittel der Verdunstungsmenge und so wird ein permanenter Zustrom vom Atlantik ausgelöst. Circa 1 Mio. m³/s Atlantikwasser fließen mit einer Strömungsgeschwindigkeit von circa 1 kn von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 150 m Richtung Osten. Das wegen dem höheren Salzgehalt schwerere Wasser sinkt nach unten und schwappt über die mit 300 m unter dem Meeresspiegel relativ flache Schwelle, die sich quer zur Straße von Gibraltar erstreckt, Richtung Atlantik und verursacht unterhalb der Tiefe von 150 m bis zum Meeresboden eine Westströmung. U-Boote berücksichtigen diese entsprechend.
Korsika ist ein Revier für das man schon etwas Zeit mitbringen sollte. Neben den sehr schönen Häfen und Buchten ist auch die Insel selbst ein Erlebnis.
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=== [[Sardinien]] ===
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In der geologischen Vergangenheit war die Verbindung zum Atlantik nicht immer offen gewesen. Durch Hebungskräfte der Kontinentalverschiebung war das Mittelmeer mehrmals für Jahrtausende ein Binnenmeer. In diesen Zeiten trocknete es weitgehend aus (wie heute der Aralsee). Infolge dessen bildeten sich massive Kalksedimente, die wir heute an weiten Teilen des Mittelmeers als Küstenformation wiederfinden.
  
Wie für Korsika gilt auch hier, dass man genügend Zeit mitbringt. Natürlich ist ein 1 Wochentörn an der Costa Smeralda im Nordosten bis in den Süden von Korsika möglich.
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== Seegebiete ==
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<table width="75%" border="0" cellpadding="5" cellspacing="3">
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  <tr bgcolor="#f4f4f4">
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    <td width="400">
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Datei:Mediterranean_areas.jpg|550px|alt=Seegebiete des Mittelmeers
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poly 65 271 91 293 131 295 136 274 123 250 96 244 75 257 [[Albóranmeer]]
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default [[Datei:Mediterranean_areas.jpg|Interaktive Karte]]
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</td>
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    <td valign="top">
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*Mittelmeer <small>(IHO 28)</small>
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**Westliches Bassin <small>(IHO 28A)</small>
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***[[Straße von Gibraltar|Gibraltar <small>(IHO 28a)</small>]]
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***[[Albóranmeer|Albóranmeer <small>(IHO 28b)</small>]]
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***[[Balearisches Meer|Balearisches Meer <small>(IHO 28c)</small>]]
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***[[Golfe du Lion|Golfe du Lion <small>(i)</small>]]
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***[[Ligurisches Meer|Ligurisches Meer <small>(IHO 28d)</small>]]
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***[[Tyrrhenisches Meer|Tyrrhenisches Meer <small>(IHO 28e)</small>]]
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**Östliches Bassin <small>(IHO 28B)</small>
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***[[Ionisches Meer|Ionisches Meer <small>(IHO 28f)</small>]]
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***[[Adria|Adria <small>(IHO 28g)</small>]]
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***[[Ägäis|Ägäis <small>(IHO 28h)</small>]]
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***Libysches Meer <small>(ii)</small>
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***[[Levantisches Meer|Levantisches Meer]] <small>(iii)</small>
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*[[Marmarameer|Marmarameer <small>(IHO 29)</small>]]
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*[[Schwarzes Meer|Schwarzes Meer <small>(IHO 30)</small>]]
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*Asowsches Meer <small>(IHO 31)</small>
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</td>
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  </tr>
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</table>
  
=== [[Adria]] / [[Kroatien]] ===
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Die ''International Hydrographic Organization'' (IHO) teilt die Seegebiete, die durch Europa, Asien und Afrika umrahmt sind und dadurch Nebenmeere des Atlantischen Ozeans bilden, in vier Hauptgewässer ein, das Mittelmeer (erhält die Nummer 28), das Marmarameer (29), das Schwarze Meer (30), und das Asowsche Meer (31). Man beachte die zuweilen zu Irritationen führende zweifache Verwendung des Namens ''Mittelmeer'' oder ''Mediterranes Meer'' einmal für das gesamte atlantische Nebenmeer mit allen Seegebieten von der Straße von Gibraltar bis zum Asowschen Meer, zum anderen nur für die Gewässer zwischen der Straße von Gibraltar bis zu den Eingängen zu den Dardanellen sowie zum Suezkanal, eben das Gewässer mit der IHO-Nummer 28.<ref>International Hydrographic Organization: [http://www.iho.int/iho_pubs/standard/S-23/S23_1953.pdf Special Publication No.&nbsp;23, Limits of Oceans and Seas], 3. Edition 1953</ref>
Die [[Adria]] ist das Hausrevier der Süddeutschen und Österreicher. In [[Kroatien]] gibt es eine gute Infrastruktur und eine Vielzahl touristischer Einrichtungen. Gesegelt wird von Frühjahr bis in den Oktober/November. Die Adria ist tendentiell ein Schwachwindrevier, kann durch die [[Bora]] aber auch sehr sportlich werden. Neben Kroatien kann auch [[Slowenien]]([[Portorož]]) als Ausgangspunkt eines Törns sein, um von dort aus die kroatische Küste [[Istrien|Istriens]] oder die Adriaküste [[Italien|Italiens]] zu erkunden. Italien hingegen bietet eher weniger Infrastruktur für Chartersegler.
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=== [[Ägais]] ===
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Dieses Mittelmeer wiederum wird auch von der IHO in zwei große Teile unterteilt, dem westlichen Bassin und dem östlichen (28A und 28B). Darüber hinaus werden einzelne Teilbereiche definiert: Straße von Gibraltar (a), Albóran-Meer (b), Balearisches oder Iberisches Meer (c), Ligurisches Meer (d), Tyrrhenisches Meer (e), Ionisches Meer (f), die Adria (g), und die Ägäis (h). So sind durch die IHO weite Teile des Mittelmeers nicht offiziell eingeteilt. Für diese Bereiche werden als Seegebietsbezeichnungen unter anderem Golf von Lion (i), Libysches Meer (ii), und Levantisches Meer verwendet (iii).
Das Seegebiet zwischen [[Griechenland]] und [[Türkei]] ist gesäumt mit unzähligen kleinen Inseln und stellt ein interessantes und vielseitiges Segelrevier dar. Die [[Ägais]] unterteilt sich in mehrere Inselgruppen, darunter die [[Kykladen]] und die [[Dodekanes]].
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=== Türkei ===
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== Anrainerstaaten ==
die Süd- bis Südwestküste der [[Türkei]] gilt bei Insidern als schönstes Segelrevier des Mittelmeers.rosa rasierter rattiger rhabarber
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[[Spanien]] · [[Frankreich]] · [[Italien]] · [[Monaco]] · [[Malta]] · [[Slowenien]] · [[Bosnien-Herzegovina]] ·  [[Kroatien]] · [[Montenegro]] · [[Albanien]] · [[Griechenland]] · [[Türkei]] · [[Zypern]] · [[Syrien]] · [[Libanon]] · [[Israel]] · [[Ägypten]] · [[Libyien]] · [[Tunesien]] · [[Algerien]] · [[Marokko]]
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== Beliebte Segelreviere ==
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Eine kleine Auswahl an populären Segelrevieren:
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[[Katalonien|Costa Brava]] · [[Balearen]] · [[Côte d'Azur]] · [[Ligurisches Meer|Italienische Riviera]] · [[Toskanischer Archipel]] · [[Korsika]] · [[Sardinien|Costa Smeralda]] · [[Äolische Inseln]] · [[Kroatien]] · [[Griechenland#Reviere |Griechische Küste]] · [[Kykladen]] · [[Dodekanes]] · [[Türkei#Reviere | Türkische Küste]]
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==Seegebiete==
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<div style="float:right;position:relative; margin-left:1em; background:#ffffff;border:solid white;border-width:1px"><htmlmap>
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== Wetter ==
 
== Wetter ==
 
Eine allgemeine Wetterbeschreibung für das gesamte Mittelmeer ist schwierig. Hier sollten die lokalen Wetterbesonderheiten betrachtet werden.
 
Eine allgemeine Wetterbeschreibung für das gesamte Mittelmeer ist schwierig. Hier sollten die lokalen Wetterbesonderheiten betrachtet werden.
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Die große Wärme sorgt für eine starke Verdunstung. Das führt zu Dunst über dem Wasser. Dadurch ist die Sicht häufig geringfügig eingeschränkt, die Luftfeuchtigkeit ist tendenziell hoch.  
 
Die große Wärme sorgt für eine starke Verdunstung. Das führt zu Dunst über dem Wasser. Dadurch ist die Sicht häufig geringfügig eingeschränkt, die Luftfeuchtigkeit ist tendenziell hoch.  
Abends bilden sich über dem Mittelmeer häufig Cirren, welche den gesamten Himmel bedecken können. Während es anderswo ein Zeichen für eine aufziehende Warmfront, also eine Wetterverschlechterung ist, ist es am Mittelmeer eine normale, unbedeutende Erscheinung.
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Abends bilden sich über dem Mittelmeer häufig Cirren, welche den gesamten Himmel bedecken können. Während es anderswo ein Zeichen für eine aufziehende Warmfront, also eine Wetterverschlechterung ist, kann am Mittelmeer -im Leebereich der Gebirge- das Wetter dennoch stabil bleiben.  
  
== Lokale Windsysteme ==
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Das Westliche Mittelmeer wird -&nbsp;vor allem im Winter&nbsp;- durch atlantische Tiefausläufer beeinflusst, die sich, von der Biskaya kommend, durch die Enge zwischen Pyrenäen und Alpen zwängen. Auf dem Mittelmeer angekommen legen sie dort an Windgeschwindigkeit wieder erheblich zu und reichen bis zu den Balearen, Korsika und dem Norden Sardiniens.
Die unterschiedlichen Segelreviere des Mittelmeeres werden durch charakteristische Windsysteme geprägt, ansonsten dominiert die Thermik das Windgeschehen.
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=== Strasse von [[Gibraltar]] ===
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Im Sommer bewirken konstante Hitzetiefs über der Sahara und dem vorderen Orient gleichbleibende Winde: häufige Ostwindlagen in der Albóransee und Ethesien/Meltemi in der Ägäis.
  
Das Tor zum Atlantik wird bestimmt durch die Düsenwirkung in der Strasse von Gibraltar. Vorherrschende Winde werden um bis zu 2 Beaufort verstärkt, so dass häufig Starkwind anzutreffen ist.
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Bei Seglern aus höheren Breiten herrscht häufig die Meinung, im Mittelmeer gäbe es generell wenig Wind. So ist das sicher nicht richtig, weisen doch die Statistiken den Golf von Lion als eines der sturmreichsten Seegebiete der Erde aus [http://www.wetterklima.de/segeln/segelseminar/mistral.html].  
  
Wetter
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Nach {{Buch|Autor=Kaufeld/Dittmer/Doberitz|Titel=Mittelmeerwetter|ASIN=387412147X}} ist dort sowohl die Starkwindhäufigkeit (8-9&nbsp;Bft), als auch die Sturmhäufigkeit (10-12&nbsp;Bft) doppelt so hoch wie in der Nordsee.
Die Straße von Gibraltar ist vielleicht eine der Wasserstraßen, in der meistens Wind herrscht, mit einer Besonderheit, dass die Windrichtung unregelmäßig von einer Richtung in die andere schwingt. Es kommt vor, dass der Wind 3-4 Tage lang in eine Richtung weht, dann innerhalb weniger Stunden abnimmt und danach für 3-4 Tage aus der entgegengesetzten Richtung kommt, oder „abstirbt“ um danach weiter in die gleiche Richtung zu blasen. Dieses „Verhalten“ hängt damit zusammen, dass die Straße von Gibraltar zwischen 2 großen Wasserkörpern liegt, dem Atlantik im Westen und dem Mittelmeer im Osten, beide mit ihrem eigenen Wettersystem. Das Atlantikwasser tendiert kühler, die Luftmassen darüber verhalten sich unbeständiger, während das Mittelmeerwasser wärmer und die Luftmassen stabiler sind. Zieht man eine imaginäre Linie von Süd nach Nord durch die Straße, dann dominiert das Wettersystem das den höheren Luftdruck hat. Der Wind bläst dann vom höheren in Richtung des niederen Drucks, durch die Straße, meistens rechtwinklig zu den Isobaren. Die Ursache liegt in den Gebirgszügen auf beiden Seiten, südlich und nördlich der Straße. In der Strasse wird aus einem 4 er–Wind windseits, am Ende der Straße oft ein 6 er – Wind, dies gilt für beide Windrichtungen. Es wird abgeraten mit dem Spinnacker durch die Straße zu fahren. Ein zahmer 3 er, 4 er – Wind bei Gibraltar wird sehr wahrscheinlich bei Tarifa zu einem 6 – 7 er. Das Ansteigen der Windstärke geschieht so allmählich, dass es keine Alarmzeichen gäbe, und schon sei es zu spät. Reff 2 oder Reff 3 im Hauptsegel und eine periodische Reduzierung der Genua sei die Taktik des weisen Mannes. Seebrisen können sich besonders an heißen sonnigen Tagen entwickeln. Ein lokales Tief in Mitte der Straße verändert die Situation in ganz kurzer Zeit.
+
Auch die Albóransee gilt als relativ lebhaft, während das Tyrrhenische Meer, die Adria und die türkische Südküste als relativ ruhig eingestuft werden.
  
Nebel
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Weitere Informationen bieten:
Mit Nebel muß man in der Straße von Juni bis September rechnen, gerade in der Zeit, in der viele kleine Fahrzeuge unterwegs sind. Wenn feucht warme Luftmassen über relativ kaltes Wasser (Wasser aus dem Atlantik) strömen steigt die Nebelwahrscheinlichkeit. Es kommt vor, das vor Ceuta eine Nebelbank liegt, bei (ostsetzender Strömung), in Straßenmitte (bei westsetzender Strömumg) klare Sicht herrscht und auf der Nordseite (bei ostsetzender Strömung) wieder Nebelbänke liegen.
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{{Buch|Autor=Michael Sachweh|Titel=Segelwetter westliches Mittelmeer: Wolken, Wind und Wellen richtig deuten|ASIN=376883915X}}
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und
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{{Buch|Autor=Michael Sachweh|Titel=Segelwetter östliches Mittelmeer: Wolken, Wind und Wellen richtig deuten|ASIN=3768835774}}
  
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== Lokale Windsysteme ==
  
''Statistik und Aufkommenswahrscheinlichkeit''
+
Das Mittelmeer wird zu weiten Teilen von Hochgebirgen eingerahmt. Anders als im Atlantik sind daher die oberflächennahen Winde vom großräumigen Wettergeschehen oftmals abgekoppelt. Das macht die Vorhersage in diesem Bereich so schwierig.
 +
Vor allem im Sommer werden die unterschiedlichen Segelreviere des Mittelmeeres durch charakteristische Windsysteme geprägt, ansonsten dominiert die Thermik das Windgeschehen. Auflandiger Wind ab dem späten Vormittag bis in die frühe Nacht und leichterer ablandiger Wind in der zweiten Nachthälfte sind im Sommer häufige thermische Erscheinungen, die sich gegen die Großwetterlage durchsetzen.
  
'''Windstärke'''
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=== [[Gibraltar|Straße von Gibraltar]] ===
  
                        Windstille 1-3 4-5 6-7 8+
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Das Tor zum Atlantik wird bestimmt durch die Düsenwirkung in der Straße von Gibraltar. Vorherrschende Winde werden um bis zu 2&nbsp;Beaufort verstärkt, so dass häufig Starkwind anzutreffen ist.
+
Die Windrichtungen sind - entsprechend dem Profil der Gebirgszüge - fast ausschließlich West oder Ost. Durch ein konstantes Hitzetief über der Sahara im Sommer häufiger Ost, während sich im Winter häufiger die Westwinddrift durchsetzt.
                          0,014 % 43 % 49 % 7 % 0 %
+
 
+
 
+
'''Windrichtung'''
+
 
+
                              nördlich      östlich      südlich      westlich
+
 
+
                                1 %        46 %          4 %          49 %
+
 
+
 
+
'''Strömungsgeschwindigkeit des Wassers in Abhängigkeit der Windstärke'''
+
 
+
                              Bf    4        5        6        7        8
+
                              Kn    0,3      0,4      0,5      0,6      0,8
+
 
+
 
+
'''Niederschlagsmenge ( mm )    Sonnenschein  Anzahl Tage'''
+
 
+
                          Gesamt      max.     Gesamt h  klarer Himmel  Nebel
+
+
                Mai          38,9      19,9      305,8          2           3
+
              Juni            5,2        4,2        357,9          9          0
+
              Juli              1,8        1,4        363,3          14          1
+
              August        1,0        0,6      318,3          11          2
+
  
 
=== [[Mistral]] ===
 
=== [[Mistral]] ===
Der [[Mistral]] ist ein kalter Nordwind, vorwiegend im [[Golfe du Lion]] an der Südküste Frankreichs. Er erreicht häufig, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, Sturmstärke. Am stärksten wirkt er im Rhone-Tal, nach Osten kann der Mistral aber auch das Wetter auf [[Korsika]] und [[Sardinien]] beeinflussen. Der Mistral kann in Extremfällen bis zu den [[Balearen]] reichen, sehr selten auch bis zur afrikanischen Küste.
+
Der [[Mistral]] ist ein böiger, kalter Nordwind, vorwiegend im [[Golfe du Lion]] an der Südküste Frankreichs. Er erreicht häufig, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, Sturmstärke. Aber auch im Sommer sind mal über 40kn möglich (Böen entsprechend stärker). Am stärksten wirkt er im Rhone-Tal, nach Osten kann der Mistral aber auch das Wetter auf [[Korsika]] und [[Sardinien]] beeinflussen. Der Mistral reicht bis zu den [[Balearen]], sehr selten auch bis zur afrikanischen Küste.
 +
Der Mistral kommt am häufigsten im Winterhalbjahr vor. Von einer Mistral-Wetterlage spricht man, wenn sich über dem Golf von Genua ein Tief und über der Biskaya ein Hoch befinden. Von diesem Hoch aus ziehen die Luftmassen durch das Rhone-Tal in Richtung Westliches Mittelmeer und erreichen dadurch extreme Windgeschwindigkeiten im Golf von Lion. Weiter S folgt er den Isobaren des GenuaTief und kommt von W. Vor den zentralen Bergen in Korsika ergibt sich eine Staulage mit Föhneffekt. N der Scandola beschleunigt er entlang der Küste als Libeccio von SWS und am Cap Corse legt er nochmals etwa 1 Bf zu. Bei Cap Corse sind dann 4m hohe Wellen keine Seltenheit. An der Ostküste insbesondere bei Bastia sind starke Fallböen möglich. Wir haben im Juni im Hafen von Bastia mal knapp über 50kn gemessen. Dasselbe passiert auf dem S Teil der Insel: von Sénétose folgt er der Küste als NW bis in die Strasse von Bonifacio und wird dann durch die Meerenge beschleunigt. Am E Ausgang der Bouches legt er dann nochmals ein Bf zu.  Besser nicht unterschätzen!
 +
Die sicherste Vorhersage für Korsika gibt es bei Météo-France (http://marine.meteofrance.com/marine/accueil?MARINE_PORTLET.path=marinecotebulletin/COTE_CORSE).
  
 
=== [[Bora]] ===
 
=== [[Bora]] ===
Die [[Bora]] ist das Äquivalent zum Mistral an der [[Adria|adriatischen Küste]], weht jedoch aus NO. Auch die Bora kann - insbesondere im Herbst und Winter - Sturmstärke erreichen. Die Bora reicht jedoch selten sehr weit nach Süden hinaus.
+
Die [[Bora]] ist an der [[Adria|adriatischen Küste]] das Äquivalent zum Mistral, weht jedoch aus Nordost. Voraussetzung ist ein Hoch über Mitteleuropa oder Russland. Auch die Bora kann -&nbsp;insbesondere im Herbst und Winter&nbsp;- Sturmstärke erreichen. Die Bora reicht jedoch selten sehr weit nach Süden hinaus.
  
 
=== [[Etesien]]/[[Meltemi]] ===
 
=== [[Etesien]]/[[Meltemi]] ===
Die [[Etesien]] (in Griechenland), bzw. [[Meltemi]] (in der Türkei) sind ein gleichmäßiger, mit etwa 5 bis 7 Beaufort recht kräftiger, nördlicher Wind im östlichen Mittelmeer. Er tritt in den Sommermonaten Juli bis September in der [[Ägais]] auf. Dieser Wind entsteht durch großflächige Druckverteilung, insbesondere durch ein kräftiges, themisches Tief über Kleinasien. Der [[Etesien]] ist für sich genommen unkritisch, jedoch muss beachtet werden, das gerade in der Ägais in der Nähe der zahlreichen Inseln gefährliche Fallböen und Kap-/Düseneffekte auftreten können.
+
"[[Etesien]]" (in Griechenland), bzw. "[[Meltemi]]" (in der Türkei) sind die Namen für einen gleichmäßigen, mit etwa 5 bis 7 Beaufort recht kräftigen, nördlichen Wind im östlichen Mittelmeer. Er tritt in den Sommermonaten Juni bis September in der [[Ägais]] auf. In Juli und August erreicht der Meltemi auch mal eine Stärke von 8 bis 9 Beaufort. Dieser Wind entsteht durch großflächige Druckverteilung, insbesondere durch ein kräftiges, thermisches Tief über Kleinasien. Der [[Etesien]] ist für sich genommen unkritisch, jedoch muss beachtet werden, dass gerade in der Ägais in der Nähe der zahlreichen Inseln Fallböen und Kap- beziehungsweise Düseneffekte auftreten können.
  
 
=== [[Scirocco]] ===
 
=== [[Scirocco]] ===
Als [[Scirocco]] werden alle Südwinde im Mittelmeer zusammengefasst. Sie tragen heiße, trockene Sahara-Luft auf das Mittelmeer. An der Südküste kann Sand die Sicht beeinträchtigen. Nach Norden hin nimmt die Luft zunehmend Feuchtigkeit auf und führt zu Schwüle und schlechter Sicht. Der Scirocco reicht häufig bis zur Nordküste des Mittelmeers und wird in Kroatien beispielsweise als [[Jugo]] bezeichnet.
+
Als [[Scirocco]] werden alle Südwinde im Mittelmeer zusammengefasst. Sie tragen heiße, trockene Sahara-Luft auf das Mittelmeer. An der Südküste kann Sand die Sicht beeinträchtigen (und das Boot mit einer roten Schicht überziehen). Nach Norden hin nimmt die Luft zunehmend Feuchtigkeit auf und führt zu Schwüle und schlechter Sicht. Der Scirocco reicht häufig bis zur Nordküste des Mittelmeers und wird in Kroatien beispielsweise als [[Jugo]] bezeichnet.
 +
In der Adria kann der Scirocco als einzige Windrichtung erheblichen Seegang hervorrufen. Da die Wellengeschwindigkeit meist höher ist als die Zuggeschwindigkeit des Wettersystems, geht dem Scirocco oft starke Dünung voraus.
 +
Nach [[Wetter-Bücher|Bock, Brauner, Dentler "Seewetter"]] hat der Scirocco seine stärksten Auswirkungen im Golf von Genua. Hier sind Wellenhöhen von 20&nbsp;m bei Südwindlage verbürgt.
  
 
== Strömungen und Gezeiten ==
 
== Strömungen und Gezeiten ==
Das Mittelmeer ist durch die Strasse von Gibraltar weitestgehend vom Gezeitengeschehen des Atlantiks abgekoppelt. In der Meerenge kommt es zu starken Strömungen zwischen Mittelmeer und Atlantik, innerhalb des Mittelmeeres ist jedoch nicht mehr viel davon zu spüren.
+
Das Mittelmeer ist durch die Straße von Gibraltar weitestgehend vom Gezeitengeschehen des Atlantiks abgekoppelt. In der Meerenge kommt es zu starken Strömungen zwischen Mittelmeer und Atlantik, innerhalb des Mittelmeeres ist jedoch nicht mehr viel davon zu spüren.
Der Tidenhub beträgt im Mittelmeer typischerweise um die 0.5m, Gezeitenströmungen treten nicht auf. Neben dem Tidenhub sollte jedoch auch die Wirkung des Windes auf den Wasserstand berücksichtigt werden. So kann langanhaltender Südwind im Golf von Triest und in den Lagunen um Vendig eine Wasserstandserhöhung von 0,5m bewirken.
+
Der Tidenhub beträgt im Mittelmeer typischerweise um die 0,5&nbsp;m, Gezeitenströmungen treten nur an wenigen Stellen auf (Straße von Gibraltar, Straße von Messina, Zugänge zur Lagune zwischen Venedig und Triest). Neben dem Tidenhub muß jedoch die Wirkung des Windes auf den Wasserstand berücksichtigt werden. So kann langanhaltender Südwind im Golf von Triest und in den Lagunen um Venedig eine Wasserstandserhöhung von 0,5&nbsp;m bewirken. Auch von den Balearen sind Wasserstandsschwankungen von bis zu 1,0&nbsp;m in Abhängigkeit von der Windrichtung dokumentiert.
  
==Seegebiete==
+
==Weblinks==
 +
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum Artikel zum Mittelmeerraum in der Wikipedia]
 +
[[Category:Seegebiet]]
  
<div style="float:right;position:relative; margin-left:1em; background:#ffffff;border:solid white;border-width:1px"><htmlmap>
+
* [http://pelagos.oc.phys.uoa.gr/page11.html Vorhersage der Wellenhöhen im Mittelmeer] von Universität Athen
[/mediawiki/images/Mittelmeer_klein.png|Mittelmeer|351|217]
+
{poly|149,72,156,81,164,88,173,93,179,98,179,105,174,110,167,112,156,113,147,107,144,104,144,93,142,88,144,80,143,76,143,74,149,72|/wiki/Tyrrhenisches_Meer|Tyrrhenisches Meer|/mediawiki/images/Map_Tyrrhenisches_Meer.png}
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</htmlmap></div>
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* [http://msi.nga.mil/MSISiteContent/StaticFiles/NAV_PUBS/SD/Pub131/Pub131bk.pdf Sailing Directions - Western Mediterranean PUB131] der '''NATIONAL GEOSPATIAL-INTELLIGENCE AGENCY''', Bethesda, Maryland als PDF
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* [http://msi.nga.mil/MSISiteContent/StaticFiles/NAV_PUBS/SD/Pub132/Pub132bk.pdf Sailing Directions - Eastern Mediterranean PUB132] der '''NATIONAL GEOSPATIAL-INTELLIGENCE AGENCY''', Bethesda, Maryland als PDF
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* [http://msi.nga.mil/MSISiteContent/StaticFiles/NAV_PUBS/NIMA_LOL/Pub113/Pub113bk.pdf List of Lights - The West Coasts of Europe and Africa, the Mediterranean Sea, Black Sea and Azovskoye More (Sea of Azov) PUB113] der '''NATIONAL GEOSPATIAL-INTELLIGENCE AGENCY''', Bethesda, Maryland als PDF
  
*[[Golfe de Lion]]
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* [http://www.armada.mde.es/ihm/Aplicaciones/Navareas/Index_Navareas_xml_eng.htm Navigational Warnings], die die NAVAREA III (Mittelmeer) betreffen. Sie werden vom spanischen '''Instituto Hidrográfico de la Marina''' bereitgestellt.
*[[Balearen|Westliches Mittelmeer/Balearen]]
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*[[Ligurisches Meer]]
+
*[[Westlich Korsika-Sardinien]]
+
*[[Tyrrhenisches Meer]]
+
*[[Adria]]
+
*[[Ionisches Meer]]
+
*[[Ägäis]]
+
*[[Taurus]]
+
*[[Palos]]
+
*[[Alboran]]
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*[[Bosporus]]
+
*[[Marmarameer]]
+
*[[Dardanellen]]
+
*[[Schwarzes Meer]]
+
*[[Gibraltar]]
+
  
== Straße von Gibraltar ==
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* [http://www.wmo.int/pages/prog/www/ois/Operational_Information/VolumeD/GMDSS/Metarea3/Metarea3.html Seewettervorhersagegebiete im Mttelmeer (MetArea III)]  von der WMO
  
Die Straße von Gibraltar Im Folgenden etwas für die Allgemeinbildung aber vor allem für die Navigation hilfreiche Informationen im wesentlichen einem Handbuch 2006 von Colin Thomas entnommen. Das Mittelmeer (Mare Nostrum = unser Meer, so nannten es die Römer), erstreckt sich über 3.860 km (2.084 NM) in Ost-West-Richtung und an der breitesten Stelle in Süd-Nord-Richtung über 1.600 km (868 NM) bei einer durchschnittlichen Tiefe von 1.500 m und einer max. Tiefe von 5.150 m südl. von Griechenland. Vor ca.30 Mio Jahren kollidierte die afrikanische mit der europäischen Kontinentalplatte und quetschten das Mittelmeer zusammen. Doch diese Platten bewegen sich auch heute noch, nötigen hin und wieder Ätna, Vesuv und Stromboli zu Eruptionen und lösen immer wieder Erdbeben in Italien, Griechenland und der Türkei aus. Eine unterseeische Schwelle zwischen Sizilien und Tunesien teilt das Mittelmeer in ein östliches und ein westlichen Becken, eine weitere Schwelle erstreckt sich zwischen Spanien und Marokko am Ausgang des Mittelmeeres. Nur ca. 300 m tief, behindert diese Schwelle die Wasserzirkulation durch die Straße von Gibraltar und reduziert die Schwankungsbreite der Gezeiten. In Verbindung mit der hohen Verdunstungsrate ist das Mittelmeer mit 3,8 %o (im Mittel) viel salziger als der Atlantik mit 3,5 %o.
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* [http://www.wetterklima.de/segeln/mediterrane.htm Sammlung von Wetterlinks zum Segeln im Mittelmeer]
  
Hydrologische Strömung Geringe Niederschlagsmengen und wenige Zuflüsse ersetzen nur etwa 1/3 der Verdunstungs-menge und so wird ein permanenter Zustrom vom Atlantik ausgelöst. Ca. 1 Mio m³/s Atlantikwasser fließen mit einer Strömungsgeschwindigkeit von ca.1 kn von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 150 m Richtung Osten. Das wegen dem höheren Salzgehalt schwerere Wasser sinkt nach unten und schwappt über die mit 300 m unter dem Meeresspiegel rel. flache Schwelle, die sich quer zur Straße von Gibraltar erstreckt, Richtung Atlantik und verursacht unterhalb der Tiefe von 150 m bis zum Meeresboden eine Westströmung. U-Booten berücksichtigen diese entsprechend.
+
* Aktuelles [http://www.dwd.de/swxmw Seewetter Mittelmeer West] und [http://www.dwd.de/swxmo Seewetter Mittelmeer Ost] des DWD
  
Was für uns interessanter ist und in unsere „Berechnungen“ mit einfließen muß, ist die hydrologische Strömung in der Straße, die im engsten Abschnitt bis knapp 2 kn stark ist, aber auch noch in beachtlicher Entfernung jenseits davon wirkt.
+
==Törnberichte==
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* [https://www.w-sailingteam.com/uploads/3/2/1/2/32127689/2017-09_gripsholm__sizilien_-_mallorca__mediterraneo_.pdf Mediterraneo 2017 (von Sizilien über Sardinien nach Mallorca)]
  
GezeitenDie Gezeitenstromdaten beziehen sich auf das HW von Gibraltar. Zur Springzeit erreicht der Tidenstrom 3 kn, zur Nippzeit ca. 1,5 kn, er wechselt alle 6 h 20 min die Richtung, aber mit einer Besonderheit : Die Strömung besteht aus 3 verschiedenen Einzelströmen, dem Hauptstrom in Straßenmitte und aus zwei Gegenströmungen entlang der beiden, der nördlichen (spanischen) und südlichen (marokkanischen) Küsten.
+
* [http://www.sy-tongji.de/2011/2011.html quer durchs Mittelmeer bis Zypern, Törnbericht 2010 und 2011]
  
Bezogen auf das HW Gibraltar fließen die Tidenströme wie folgt:
+
== Einzelnachweise ==
 
+
<small>
'''Nördlicher Gegenströmumg'''
+
<references />
 
+
</small>
            Ost-setzend    zwischen      - 3 h  und  + 3 h
+
            West–setzend  zwischen    + 3 h  und  – 3 h
+
 
+
 
+
'''Zentralstrom'''
+
 
+
            Ost–setzend  zwischen        HW  und  + 6 h
+
            West–setzend  zwischen    – 6 h  und    HW
+
 
+
 
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'''Südlicher Gegenströmung'''
+
 
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            Ost-setzend  zwischen      - 4 h  und  + 2 h
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            West–setzend  zwischen    + 2 h  und  – 4 h
+
 
+
==Links==
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[http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum Artikel zum Mittelmeerraum in der Wikipedia]
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[[Category:Seegebiet]]
+
  
(Sporthäfen Costa Brava: http://www.ahoi-espana.com)
+
[[en:Mediterranean]]

Aktuelle Version vom 31. Januar 2019, 18:33 Uhr

Bild des Mittelmeeres (Quelle: NASA - http://visibleearth.nasa.gov/)

Inhaltsverzeichnis

Das Mittelmeer bietet vielseitige Segelreviere bei meist milden bis warmen Verhältnissen. Beste Jahreszeiten für einen Törn sind Frühling und Herbst. Der Sommer ist meist sehr heiß und vielerorts überlaufen. Auch im Spätherbst und Winter kann in einigen Regionen gut gesegelt werden. Hier muss man sich jedoch sorgfältig über die lokalen Wetterbedingungen informieren, überraschende und heftige Stürme sind möglich.

Die nachfolgenden Informationen sind im wesentlichen einem Handbuch von Colin Thomas (2006) entnommen.

Das Mittelmeer (Mare Nostrum = unser Meer, so nannten es die Römer), erstreckt sich über 3.860 km (2.084 NM) in Ost-West-Richtung und an der breitesten Stelle in Süd-Nord-Richtung über 1.600 km (868 NM) bei einer durchschnittlichen Tiefe von 1.500 m und einer maximalen Tiefe von 5.150 m südlich von Griechenland. Vor circa 30 Millionen Jahren kollidierte die afrikanische mit der europäischen Kontinentalplatte und quetschten das Mittelmeer zusammen. Doch diese Platten bewegen sich auch heute noch, nötigen hin und wieder Ätna, Vesuv und Stromboli zu Eruptionen und lösen immer wieder Erdbeben in Italien, Griechenland und der Türkei aus.

Eine unterseeische Schwelle zwischen Sizilien und Tunesien teilt das Mittelmeer in ein östliches und ein westlichen Becken, eine weitere Schwelle erstreckt sich zwischen Spanien und Marokko am Ausgang des Mittelmeeres. Nur circa 300 m tief, behindert diese Schwelle die Wasserzirkulation durch die Straße von Gibraltar und reduziert die Schwankungsbreite der Gezeiten. In Verbindung mit der hohen Verdunstungsrate ist das Mittelmeer mit 3,8 % (im Mittel) etwas salziger als der Atlantik mit 3,5 %.

Geringe Niederschlagsmengen und wenige Zuflüsse ersetzen nur etwa einem Drittel der Verdunstungsmenge und so wird ein permanenter Zustrom vom Atlantik ausgelöst. Circa 1 Mio. m³/s Atlantikwasser fließen mit einer Strömungsgeschwindigkeit von circa 1 kn von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 150 m Richtung Osten. Das wegen dem höheren Salzgehalt schwerere Wasser sinkt nach unten und schwappt über die mit 300 m unter dem Meeresspiegel relativ flache Schwelle, die sich quer zur Straße von Gibraltar erstreckt, Richtung Atlantik und verursacht unterhalb der Tiefe von 150 m bis zum Meeresboden eine Westströmung. U-Boote berücksichtigen diese entsprechend.

In der geologischen Vergangenheit war die Verbindung zum Atlantik nicht immer offen gewesen. Durch Hebungskräfte der Kontinentalverschiebung war das Mittelmeer mehrmals für Jahrtausende ein Binnenmeer. In diesen Zeiten trocknete es weitgehend aus (wie heute der Aralsee). Infolge dessen bildeten sich massive Kalksedimente, die wir heute an weiten Teilen des Mittelmeers als Küstenformation wiederfinden.

[Bearbeiten] Seegebiete

Seegebiete des MittelmeersAlbóranmeer

Die International Hydrographic Organization (IHO) teilt die Seegebiete, die durch Europa, Asien und Afrika umrahmt sind und dadurch Nebenmeere des Atlantischen Ozeans bilden, in vier Hauptgewässer ein, das Mittelmeer (erhält die Nummer 28), das Marmarameer (29), das Schwarze Meer (30), und das Asowsche Meer (31). Man beachte die zuweilen zu Irritationen führende zweifache Verwendung des Namens Mittelmeer oder Mediterranes Meer einmal für das gesamte atlantische Nebenmeer mit allen Seegebieten von der Straße von Gibraltar bis zum Asowschen Meer, zum anderen nur für die Gewässer zwischen der Straße von Gibraltar bis zu den Eingängen zu den Dardanellen sowie zum Suezkanal, eben das Gewässer mit der IHO-Nummer 28.[1]

Dieses Mittelmeer wiederum wird auch von der IHO in zwei große Teile unterteilt, dem westlichen Bassin und dem östlichen (28A und 28B). Darüber hinaus werden einzelne Teilbereiche definiert: Straße von Gibraltar (a), Albóran-Meer (b), Balearisches oder Iberisches Meer (c), Ligurisches Meer (d), Tyrrhenisches Meer (e), Ionisches Meer (f), die Adria (g), und die Ägäis (h). So sind durch die IHO weite Teile des Mittelmeers nicht offiziell eingeteilt. Für diese Bereiche werden als Seegebietsbezeichnungen unter anderem Golf von Lion (i), Libysches Meer (ii), und Levantisches Meer verwendet (iii).

[Bearbeiten] Anrainerstaaten

Spanien · Frankreich · Italien · Monaco · Malta · Slowenien · Bosnien-Herzegovina · Kroatien · Montenegro · Albanien · Griechenland · Türkei · Zypern · Syrien · Libanon · Israel · Ägypten · Libyien · Tunesien · Algerien · Marokko

[Bearbeiten] Beliebte Segelreviere

Eine kleine Auswahl an populären Segelrevieren:

Costa Brava · Balearen · Côte d'Azur · Italienische Riviera · Toskanischer Archipel · Korsika · Costa Smeralda · Äolische Inseln · Kroatien · Griechische Küste · Kykladen · Dodekanes · Türkische Küste

[Bearbeiten] Wetter

Eine allgemeine Wetterbeschreibung für das gesamte Mittelmeer ist schwierig. Hier sollten die lokalen Wetterbesonderheiten betrachtet werden.

Grundsätzlich herrscht um das gesamte Mittelmeer subtropisches Klima. Vor allem im südöstlichen Teil des Mittelmeeres herrscht auch im Winter noch Urlaubswetter.

Die große Wärme sorgt für eine starke Verdunstung. Das führt zu Dunst über dem Wasser. Dadurch ist die Sicht häufig geringfügig eingeschränkt, die Luftfeuchtigkeit ist tendenziell hoch. Abends bilden sich über dem Mittelmeer häufig Cirren, welche den gesamten Himmel bedecken können. Während es anderswo ein Zeichen für eine aufziehende Warmfront, also eine Wetterverschlechterung ist, kann am Mittelmeer -im Leebereich der Gebirge- das Wetter dennoch stabil bleiben.

Das Westliche Mittelmeer wird - vor allem im Winter - durch atlantische Tiefausläufer beeinflusst, die sich, von der Biskaya kommend, durch die Enge zwischen Pyrenäen und Alpen zwängen. Auf dem Mittelmeer angekommen legen sie dort an Windgeschwindigkeit wieder erheblich zu und reichen bis zu den Balearen, Korsika und dem Norden Sardiniens.

Im Sommer bewirken konstante Hitzetiefs über der Sahara und dem vorderen Orient gleichbleibende Winde: häufige Ostwindlagen in der Albóransee und Ethesien/Meltemi in der Ägäis.

Bei Seglern aus höheren Breiten herrscht häufig die Meinung, im Mittelmeer gäbe es generell wenig Wind. So ist das sicher nicht richtig, weisen doch die Statistiken den Golf von Lion als eines der sturmreichsten Seegebiete der Erde aus [1].

Nach

Auch die Albóransee gilt als relativ lebhaft, während das Tyrrhenische Meer, die Adria und die türkische Südküste als relativ ruhig eingestuft werden.

Weitere Informationen bieten:

und

[Bearbeiten] Lokale Windsysteme

Das Mittelmeer wird zu weiten Teilen von Hochgebirgen eingerahmt. Anders als im Atlantik sind daher die oberflächennahen Winde vom großräumigen Wettergeschehen oftmals abgekoppelt. Das macht die Vorhersage in diesem Bereich so schwierig. Vor allem im Sommer werden die unterschiedlichen Segelreviere des Mittelmeeres durch charakteristische Windsysteme geprägt, ansonsten dominiert die Thermik das Windgeschehen. Auflandiger Wind ab dem späten Vormittag bis in die frühe Nacht und leichterer ablandiger Wind in der zweiten Nachthälfte sind im Sommer häufige thermische Erscheinungen, die sich gegen die Großwetterlage durchsetzen.

[Bearbeiten] Straße von Gibraltar

Das Tor zum Atlantik wird bestimmt durch die Düsenwirkung in der Straße von Gibraltar. Vorherrschende Winde werden um bis zu 2 Beaufort verstärkt, so dass häufig Starkwind anzutreffen ist. Die Windrichtungen sind - entsprechend dem Profil der Gebirgszüge - fast ausschließlich West oder Ost. Durch ein konstantes Hitzetief über der Sahara im Sommer häufiger Ost, während sich im Winter häufiger die Westwinddrift durchsetzt.

[Bearbeiten] Mistral

Der Mistral ist ein böiger, kalter Nordwind, vorwiegend im Golfe du Lion an der Südküste Frankreichs. Er erreicht häufig, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, Sturmstärke. Aber auch im Sommer sind mal über 40kn möglich (Böen entsprechend stärker). Am stärksten wirkt er im Rhone-Tal, nach Osten kann der Mistral aber auch das Wetter auf Korsika und Sardinien beeinflussen. Der Mistral reicht bis zu den Balearen, sehr selten auch bis zur afrikanischen Küste. Der Mistral kommt am häufigsten im Winterhalbjahr vor. Von einer Mistral-Wetterlage spricht man, wenn sich über dem Golf von Genua ein Tief und über der Biskaya ein Hoch befinden. Von diesem Hoch aus ziehen die Luftmassen durch das Rhone-Tal in Richtung Westliches Mittelmeer und erreichen dadurch extreme Windgeschwindigkeiten im Golf von Lion. Weiter S folgt er den Isobaren des GenuaTief und kommt von W. Vor den zentralen Bergen in Korsika ergibt sich eine Staulage mit Föhneffekt. N der Scandola beschleunigt er entlang der Küste als Libeccio von SWS und am Cap Corse legt er nochmals etwa 1 Bf zu. Bei Cap Corse sind dann 4m hohe Wellen keine Seltenheit. An der Ostküste insbesondere bei Bastia sind starke Fallböen möglich. Wir haben im Juni im Hafen von Bastia mal knapp über 50kn gemessen. Dasselbe passiert auf dem S Teil der Insel: von Sénétose folgt er der Küste als NW bis in die Strasse von Bonifacio und wird dann durch die Meerenge beschleunigt. Am E Ausgang der Bouches legt er dann nochmals ein Bf zu. Besser nicht unterschätzen! Die sicherste Vorhersage für Korsika gibt es bei Météo-France (http://marine.meteofrance.com/marine/accueil?MARINE_PORTLET.path=marinecotebulletin/COTE_CORSE).

[Bearbeiten] Bora

Die Bora ist an der adriatischen Küste das Äquivalent zum Mistral, weht jedoch aus Nordost. Voraussetzung ist ein Hoch über Mitteleuropa oder Russland. Auch die Bora kann - insbesondere im Herbst und Winter - Sturmstärke erreichen. Die Bora reicht jedoch selten sehr weit nach Süden hinaus.

[Bearbeiten] Etesien/Meltemi

"Etesien" (in Griechenland), bzw. "Meltemi" (in der Türkei) sind die Namen für einen gleichmäßigen, mit etwa 5 bis 7 Beaufort recht kräftigen, nördlichen Wind im östlichen Mittelmeer. Er tritt in den Sommermonaten Juni bis September in der Ägais auf. In Juli und August erreicht der Meltemi auch mal eine Stärke von 8 bis 9 Beaufort. Dieser Wind entsteht durch großflächige Druckverteilung, insbesondere durch ein kräftiges, thermisches Tief über Kleinasien. Der Etesien ist für sich genommen unkritisch, jedoch muss beachtet werden, dass gerade in der Ägais in der Nähe der zahlreichen Inseln Fallböen und Kap- beziehungsweise Düseneffekte auftreten können.

[Bearbeiten] Scirocco

Als Scirocco werden alle Südwinde im Mittelmeer zusammengefasst. Sie tragen heiße, trockene Sahara-Luft auf das Mittelmeer. An der Südküste kann Sand die Sicht beeinträchtigen (und das Boot mit einer roten Schicht überziehen). Nach Norden hin nimmt die Luft zunehmend Feuchtigkeit auf und führt zu Schwüle und schlechter Sicht. Der Scirocco reicht häufig bis zur Nordküste des Mittelmeers und wird in Kroatien beispielsweise als Jugo bezeichnet. In der Adria kann der Scirocco als einzige Windrichtung erheblichen Seegang hervorrufen. Da die Wellengeschwindigkeit meist höher ist als die Zuggeschwindigkeit des Wettersystems, geht dem Scirocco oft starke Dünung voraus. Nach Bock, Brauner, Dentler "Seewetter" hat der Scirocco seine stärksten Auswirkungen im Golf von Genua. Hier sind Wellenhöhen von 20 m bei Südwindlage verbürgt.

[Bearbeiten] Strömungen und Gezeiten

Das Mittelmeer ist durch die Straße von Gibraltar weitestgehend vom Gezeitengeschehen des Atlantiks abgekoppelt. In der Meerenge kommt es zu starken Strömungen zwischen Mittelmeer und Atlantik, innerhalb des Mittelmeeres ist jedoch nicht mehr viel davon zu spüren. Der Tidenhub beträgt im Mittelmeer typischerweise um die 0,5 m, Gezeitenströmungen treten nur an wenigen Stellen auf (Straße von Gibraltar, Straße von Messina, Zugänge zur Lagune zwischen Venedig und Triest). Neben dem Tidenhub muß jedoch die Wirkung des Windes auf den Wasserstand berücksichtigt werden. So kann langanhaltender Südwind im Golf von Triest und in den Lagunen um Venedig eine Wasserstandserhöhung von 0,5 m bewirken. Auch von den Balearen sind Wasserstandsschwankungen von bis zu 1,0 m in Abhängigkeit von der Windrichtung dokumentiert.

[Bearbeiten] Weblinks

  • Navigational Warnings, die die NAVAREA III (Mittelmeer) betreffen. Sie werden vom spanischen Instituto Hidrográfico de la Marina bereitgestellt.

[Bearbeiten] Törnberichte

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. International Hydrographic Organization: Special Publication No. 23, Limits of Oceans and Seas, 3. Edition 1953

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