Mistral

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Der Mistral ist ein starker bis stürmischer Wind aus Nord bis Nordwest im Golf von Lion im westlichen Mittelmeer mit Windgeschwindigkeiten bis zu 50 kn bei meist geringer Bewölkung, der bei bestimmten Großwetterlagen auftritt. Typisch ist das Genuatief, ein ausgeprägtes, weitgehend stationäres Tiefdruckgebiet mit Zentrum über der italienischen Riviera. Dieses bringt zusätzlich deutlich schwächere, aber böige Fallwinde entlang Riviera und Cote d'Azur mit sich. Verstärkend kann ein ausgedehntes (Azoren-) Hoch über der Biskaya wirken, das kalte Luftmassen über Frankreich nach Süden bringt.

Der Wind erreicht seine maximale Windstärke südlich des Rhonedelta, aus dem er herausbläst und nimmt nach Osten langsam ab. Als ablandiger Wind bildet er in unmittelbarer Nähe zur Küste nur wenig Seegang aus, erzeugt aber bereits wenige Seemeilen außerhalb eine unangenehme, kurze Welle, die für leichte Boote auch gefährlich sein kann. Gelegentlich hat der Mistral eine Westtendenz und erreicht dann maximal 30 kn.

Die Ausläufer des Mistral reichen nach Süden bis zu den Balearen, auf denen er häufig auf unter 30 kn abschwächt. Dabei liegt Menorca meist noch im Mistralgebiet und Mallorca nicht mehr. Die Wellen sind dann allerdings im gesamten Seegebiet nördlich der Balearen selten unter 2 m hoch, eher mehr und laufen auch nach Abflauen des Winds noch bis zu 24 h nach, was ein Segeln sehr unangenehm macht. Insofern ist es mitunter für eine solide, seegängige Yacht auf dem Weg von der Cote d'Azur zu den Balearen eine gute Strategie, diese ca. 24-stündige Passage anzutreten, wenn der Mistral eine Tendenz zum Abflauen zeigt, aber noch Starkwindniveau hat. Weil der Vorhersagezeitraum immer kürzer als die Zeit zur Passage eines Sportbootes auf dieser Route ist, müssen Schiff und Crew unter allen Umständen in der Lage sein, mit Sturmwindstärken und Wellen bis zu drei Metern klarzukommen, wenn sie diese Passage direkt planen. Von Vorteil ist dabei, daß der Kurs auf dieser Route bei Mistral immer ein Raumschotskurs ist.

Nach Osten reicht der Mistral bis Korsika und dreht bei geringfügiger Abschwächung etwas Richtung Westen. Lediglich in der Straße von Bonifacio nimmt er aufgrund einer lokalen Düsenwirkung nochmal um 10 bis 15 kn zu. Der Mistral kann in südöstlicher Richtung bis Tunesien reichen.

Weitere Fallwinde ähnlich des Mistral, sind der Tramontana, der bei den Pyrenäen in das Mittelmeerbecken kommt und der Mestral, der durch das Ebrotal ins Mittelmeer bläst.

Eine Mistralsituation ist zunächst erkennbar durch die Beobachtung der Großwetterlage, weitere Merkmale sind eine überdurchschnittlich gute Sicht, die durch die trockene Luft aus Norden, erkennbar auch mit dem Hygrometer, hervorgerufen wird.Der Wind baut sich binnen weniger Stunden auf, mitunter herrscht vorher völlige Flaute und zwei Stunden später werden bereits über 40 kn erreicht. Typischerweise hält der Mistral zwei bis drei Tage an, kann aber mal zwei Wochen dauern. Die Wetterdienste können den Mistral heute recht gut vorhersagen (siehe auch weblinks).


[Bearbeiten] Weblinks

Mehr zum Mistral bei wetterklima.de

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